Nutzung von Messenger-Diensten im Unternehmen

Immer häufiger werden so genannte Messenger-Dienste, wie zum Beispiel WhatsApp, nicht nur privat sondern auch geschäftlich oder jedenfalls auf dem Diensthandy genutzt. Diese neuen Gepflogenheiten sind aus datenschutzrechtlicher Sicht nicht unproblematisch. Unternehmen müssen Bußgelder in nicht zu unterschätzender Höhe befürchten.

Hintergrund der ganzen Problematik ist, dass jeder Nutzer bei der Installation solcher Apps zustimmt, dass sämtliche Daten aus jeglichen Kontaktverzeichnissen des jeweiligen Smartphones, Standortdaten sowie Informationen zum Betriebssystem, Handy-Modell und Mobilfunknetz ausgelesen werden. So ist WhatsApp laut Nutzungsbedingungen berechtigt, die Telefonnummern von Kontakten aus dem Adressbuch des Smartphones an die WhatsApp Inc. in den USA zu übermitteln.

Abgesehen davon, dass laut Datenschützern dieses Vorgehen der Messenger-Dienste den deutschen Datenschutzregelungen zuwider läuft, liegt den Unternehmen oft keine rechtswirksame Einwilligung in die Datennutzung und Weitergabe an solche Dienste von ihren Geschäftskontakten vor.

Unternehmen ist daher dringend zu raten, sorgsam zu prüfen, ob ihre geschäftlichen Kontakte in die Datenweitergabe eingewilligt haben. Denn wenn die WhatsApp-Nutzung Datenschutzvorschriften verletzt, drohen unangenehme Verfahren bei den Datenschutzbehörden und hohe Bußgelder. Insbesondere ab 25. Mai 2018 erhöhen sich die Bußgelder für Datenschutzverstöße mit Inkrafttreten der neuen europäischen Datenschutzverordnung von bisher 300.000 Euro auf bis zu 20 Mio. Euro beziehungsweise 4% des Jahresumsatzes. Zwar wird bei einem erstmaligen Verstoß der Bußgeldrahmen wohl nicht ausgeschöpft werden, allerdings wird auch die Haftung der Geschäftsleitung bei Datenschutzverstößen durch die besagte Verordnung erweitert.

Sollten Sie in Ihrem Unternehmen nicht auf Messenger-Dienste wie WhatsApp verzichten wollen, empfiehlt es sich dringend, mindestens eine Risikoanalyse zu machen!