Lang andauernder Streit über die Frage der Gesellschaftsversammlungseinberufungskompetenz durch Scheingeschäftsführer ist beendet

Lange Zeit war es umstritten, ob ein abberufener Geschäftsführer, der aber noch als solcher in dem Handelsregister eingetragen ist, eine Gesellschafterversammlung einberufen kann. Hintergrund des Streits war eine Regelung im AktG, die diese Kompetenz auch nur eingetragenen Vorständen einräumt, auch wenn sie tatsächlich nicht mehr diese Funktion ausüben (§ 121 II 2 AktG). Diesen Streit hat der Bundesgerichtshof beendet (Az.: II ZR 304/15). Die eben zitierte Regelung ist auf das Recht der GmbH nicht anwendbar. Mit der Abberufung des Geschäftsführers verliert dieser auch die Gesellschafterversammlungseinberufungskompetenz nach § 49 GmbHG. Damit ist ein juristischer Streit beendet und es wird hier fortan eine einheitliche Rechtsprechung geben.