Gibt es bald den Crowdfunding-Binnenmarkt?

Innovative, junge Gründer haben häufig ein Finanzierungsproblem. Anstatt bei Freunden, Familie, Venture-Capital-Gebern oder gar bei Banken um Geld zu bitten und sich deren häufig strengen Anforderungen und Bedingungen zu unterwerfen, bedienen sich immer mehr Gründer der Möglichkeit des Crowdfunding. Dieser aus Amerika kommende Trend verspricht – jedenfalls für leicht eingängige und auf Konsumenten ausgerichtete Geschäftsideen – oftmals einen schnellen Finanzierungserfolg. Damit dieses System des Crowdfunding funktioniert, bedarf es jedoch eines großen Absatzmarkts. Der europäische Binnenmarkt scheint hierfür geradezu perfekt zu sein.

Dem Traum von grenzenlosem Crowdfunding stehen aber die vielen verschiedenen Rechtsordnungen der EU-Mitgliedstaaten im Weg, denn jede Rechtsordnung hat unterschiedliche Anforderungen an die Crowdfunding-Plattformbetreiber. Dies macht ein europäisches Crowdfunding vor allem für Geschäftsideen in Nischen fast unmöglich.

Aus diesem Grund arbeitet die EU-Kommission im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplans Kapitalmarktunion an der Frage, welche Schritte es dazu benötigt, den europäischen Crowdfunding-Binnenmarkt zu verbessern. Ein Verzicht auf jegliche Regulierung von Crowdfunding soll nach Ansicht der Kommission ebenso wenig zur Effizienz der grenzüberschreitenden Kapitalaufbringung beitragen wie eine auf das Produkt oder die Investitionssumme pro Anleger abzielende Regulierung. Als am sinnvollsten wird eine Regulierung erachtet, die auf die Anlagenverwalter, also die Crowdfunding-Plattformbetreiber, abzielt.

Es werden derzeit auf der Grundlage der MiFID-Richtlinie Vorschläge erarbeitet, die auf eine Ausgewogenheit zwischen Anlegerschutz und Innovationsförderung abzielen.