Aktionärsrichtlinie 2017 – „Know Your Shareholder“

Die neue Aktionärsrechte-Richtlinie (Änderungsrichtlinie 2017) ist schon seit April 2017 durch, die Umsetzungsfrist läuft noch bis Mitte 2019, aber was genau erwartet uns an Änderungen im Aktiengesetz?

Neben Regelungen zur Managementvergütung und Konzerntransaktionen geht es um die Deanonymisierung der Aktionäre der börsennotierten Gesellschaften. So bestimmt der neue Art. 3a der Richtlinie: „Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Intermediäre der Gesellschaften auf deren Antrag [...] hin unverzüglich die Informationen über die Identität von Aktionären übermitteln.“ Ziel ist es dabei, die Kommunikation zwischen den Unternehmen und ihren Aktionären zu ermöglichen und somit Aktionärsrechte erleichtert ausüben zu können.

Diese Neuregelung betrifft vor allem Inhaberaktien, denn bisher bestand lediglich die Möglichkeit der Identifikation ab einer Beteiligung von 3 %. Die Mitgliedstaaten haben auch nach der Richtlinie die Möglichkeit eine Schwelle einzuführen, diese darf aber die Grenze von einer Beteiligung oder Stimmrechte in Höhe von 0,5 % nicht übersteigen.

Man darf gespannt sein, wie der deutsche Gesetzgeber diese europäischen Vorgaben umsetzen wird.